Der DPSG Stamm "Silva"

Unser Pfadfinderstamm "Silva" wurde am 1. Mai 1986 aus der Wiege gehoben und umfasst mittlerweile ca. 100 Mitglieder.
Wir gehören der katholischen Pfarrgemeinde "St. Katharina" in Solingen Wald an.

Die Stadt Solingen ist eine mittlere Großstadt von ca. 165.000 Einwohnern inmitten des wunderschönen Bergischen Landes, welches seinen Namen nicht, wie anzunehmen, von der hügeligen Gegend abbekommen hat, sondern von den einst hier regierenden "Grafen von Berg".

So ist unser Stamm auch Teil des DPSG-Bezirks "Bergisch Land", übrigens der erste und somit älteste Bezirk Deutschlands!

"Silva" ist übrigens Latein und heißt übersetzt "Wald", womit wir zum einen unsere Verbundenheit zur Natur, zum anderen den Namen unseres Stadtteils in unserem Stammesnamen wiederfinden.

Stammesabzeichen

Die Geschichte des Stammes

Die Geschichte des Stammes "SILVA" ist keine Geschichte voller Mißverständnisse. Wohl überlegt wurde der Stamm gegründet, kontinuierlich aufgebaut und nun pflichtbewußt fortgeführt.

Es war 1986, als der Kaplan unserer Gemeinde St.Katharina, Pater Mathieu Pouls, einen jungen Mann ansprach, ob er nicht in Wald eine Pfadfindergruppe eröffnen wollte, bzw. einen Stamm gründen wollte. Er kannte denjenigen aus fast 10 Jahren Ministrantendienst gut, und zugleich gehörte er als Rover dem Stamm "Tenkterer" in Solingen-Löhdorf an. Nach einigem zögern hat es unser Pater glücklicherweise doch geschafft, Matthias Pohl von den Vorteilen einer eigenen Pfadfindergruppe in Wald zu überzeugen. Damit fing also alles an, und damit sind auch die beiden Hauptverantwortlichen für unsere Stammesgründung genannt.

Matthias sprach daraufhin seinen Freund Udo Reder (zu der Zeit natürlich auch Rover in Löhdorf) an, ob er die erste Gruppe mitleiten wolle und so entstand vom Kommunionjahrgang 1986 die erste Pfadfindergruppe in Wald. An dieser Stelle sei angemerkt, daß es bereits früher DPSG-Gruppen in Wald gab, auf deren Geschichte wir aber nicht näher eingehen wollen.
Die erste "Reise" ging, mit freundlicher Unterstützung von Stefan Wigge, in die Jugendherberge nach Solingen-Burg. Ungefähr 10-12 Kinder zählten anfänglich zu der neuen Gruppe (Wölflinge), die viel Spaß beim Spielen, der Kluft (noch ohne Abzeichen) und der ganzen Pfadfinderei, die mit der Zeit immer mehr Bedeutung bekam, hatten. Diese Gruppe lief ca. 1 Jahr bis wir uns als "offizielle" DPSG-Siedlung des Stammes "Tenkterer" angemeldet haben. Bereits im zweiten Jahr wurde Udo zur Bundeswehr nach Norddeutschland eingezogen und Matthias mußte das erste aber noch lange nicht das letzte Mal mit seinen Grüpplingen allein "fertig" werden. In den darauffolgenden Jahren hatte er eine Reihe von "Begleitern" für diese Gruppe. Genannt werden sollen hier die Namen Christian Haick, Arnd Krüger, Andreas Klum und Stephan Klatt
Natürlich kamen jedes Jahr auch neue Kinder hinzu. In einigen Fällen konnten neue Gruppen gebildet werden, in anderen wurden mehrere Jahrgänge zusammen gefaßt. Ähnlich verlief es auch mit den Leitern. Oft gab es nur einen Leiter für eine Gruppe oder die angehenden Leiter waren selbst noch sehr jung.
Mit wachsender Größe wurden auch die Aufgaben immer umfangreicher. Bisher lieferte Matthias noch eine "one-man-show", doch nun wurde ein Materialwart, Kay Artmann, und ein Kassenwart, Bernd von der Bank (kein Scherz!), gewählt.

Als dann endlich nach ca. 5 Jahren drei Stufen in Wald funktionierten, durften wir uns als eigenständiger Stamm von den "Tenkterern", denen wir sehr viel zu verdanken haben, lösen. Anfangs hatten wir nicht mal ein Zelt oder einen Kocher mit dem wir auf Lager hätten fahren können, so daß wir den "Tenkteren" noch ein wenig verbunden blieben.
Als eigener Stamm, zu dieser Zeit der Fünfte in Solingen, mußte natürlich auch ein Name her. Wir entschieden uns für "SILVA", (lateinisch: der Wald), weil es passender nicht sein konnte. Und "SILVA" wuchs und wuchs. Immer mehr Kinder und Jugendliche wurden Mitglieder des Stammes, so daß wir heute bereits einer der größten Stämme des Bezirks Bergisch-Land sind.

Neben einmaligen Aktionen, wie der Feier unseres 10.Geburtstags, und diversen Bezirksveranstaltungen haben wir mittlerweile eine jährliche Planungsroutine erreicht. Einmal im Jahr gibt es ein Stammeslager-Wochenende und alle zwei Jahre gibt es ein großes Sommerlager. Ansonsten nehmen wir jährlich zu Pfingsten am Intercamp teil, und holen am 1. Mai das Altenberger Licht nach Solingen. Ende Oktober steht dann immer ein Leiterwochenende an, an dem das kommende Jahr geplant wird, und die Leiterrunde feucht-fröhlich zusammen rückt. Zusammen mit den Ministranten in unserer Gemeinde, und teilweise mit der Nachbargemeinde St.Maria-Empfängnis, Solingen-Merscheid, sind wir auch in der offenen Jugendarbeit aktiv.

Ein großes Streitthema in unserer Gemeinde war immer, daß nur die Jungs DPSG-Pfadfinder werden durften, während die Mädchen nur anderes, z.B. KJG, machen durften. Diese Problematik stammt aus unserer Gründungsphase. Nur unter dieser Bedingung hatte die Leiterrunde der Gemeinde, überwiegend aus KJG´lern bestehend, 1986 die Zustimmung zu einer Pfadfindergruppe gegeben. Es herrschte die Befürchtung, daß sonst alle Kinder zu den Pfadindern gingen und den anderen Gruppen die Kinder fehlen würden. Später gab es immer wieder Versuche die Leiterrunde umzustimmen, weil wir, bei allem Verständnis für die Leiterrunde, den Eltern auch nur schwer erklären konnten, daß deren Sohn zu uns kommen durfte, seine Schwester aber nicht. Aber leider erst Ende 1999 wurde die Koedukation in unserem Stamm konkret. Die ehemals starke KJG unserer Gemeinde löste sich auf, und wir durften endlich auch weibliche Mitglieder aufnehmen. Die damit verbundenen Probleme wurden schnell gelöst, so daß wir nun ein absolut vollwertiger DPSG-Stamm sind, dessen Leiterrunde aus ca. 20 Personen besteht und der alle Stufen voll besetzt hat.

Zu verdanken haben wir dies ganz besonders den eingangs genannten zwei Personen: Pater Mathieu Pouls, der bis heute unser Stammeskurat geblieben ist, und unserem Ehrenvorsitzenden Matthias Pohl, der sich mittlerweile (mit Erfolg) seiner Familie widmet, und dem das Schlußwort gehören soll:

"In meinen aktiven Pfadfinderjahren in Wald hatte ich leider nicht das Vergnügen mit gemischten Gruppen zu arbeiten, aber mir hat es trotzdem viel Spaß gemacht. Um so mehr freue ich mich, wie es mittlerweile im Stamm "SILVA" läuft und wünsche Euch weiterhin alles Gute für die kommenden Jahre.

Gut Pfad,
Matthias Pohl"

Christoph Kühn / Matthias Pohl (Mai '01)